Das finite Verb

Ein finites Verb ist ein durch Person, Numerus, Modus, Tempus und Genus verbi (Aktiv und Passiv) bestimmtes Wort, welches allein oder mit anderen Wörtern das Prädikat des Satzes bildet. Vor allem esse in der inhaltsschwachen Bedeutung sein braucht ein sinntragendes Wort, um ein Prädikat bilden zu können (z.B. sapiens est / ist weise). Andere Verben nehmen mit einem Sinnträger eine neue, häufig übertragene Bedeutung an. Beispiele:

Rollen eines Verbs
  "Vollverb" "Kopula" mit Sinnträger
esse geben, existieren mit Prädikatsnomen: sein
videri gesehen werden mit Gleichsetzungsnominativ: erscheinen
putare glauben mit Gleichsetzungsakkusativ: halten für
debere schulden mit Infinitiv: müssen
habere haben mit "in numero": zählen zu
agere treiben mit "gratias": Dank sagen
ferre tragen mit "moleste": ungehalten sein

Viele Verben können also nicht nur eine Rolle spielen, sondern in verschiedenen Sätzen die Rolle eines Vollverbs oder einer Kopula. Bei esse gibt es noch eine dritte Möglichkeit: Im passiven Perfektsystem und in der Coniugatio periphrastica ist es nur Teil einer analytischen (geteilten) Verbform.

esse als Vollverb
Erant omnino itinera duo, quibus domo exire possent.
Es gab im ganzen zwei Wege, auf welchen sie (die Helvetier) auswandern konnten.
[Gall.1,6,1]
 
esse als Kopula
Propter frigora frumenta in agris matura non erant.
Wegen der Kälte war das Getreide auf den Feldern nicht reif.
[Gall.1,16,2]
 
esse als Teil einer analytischen Verbform
Allobroges nuper pacati erant.
Die Allobroger waren unlängst befriedet worden.
[vgl. Gall.1,6,2]

Wie im Deutschen treten auch im Lateinischen alle Verben bei indirekter Rede in andere Formen, wobei sich jedoch die Umwandlungsregeln in beiden Sprachen deutlich unterscheiden.

Personen

Anders als in den modernen Fremdsprachen wird im Lateinischen gewöhnlich die handelnde Person nicht durch ein Personalpronomen im Nominativ genannt, sondern durch eine besondere Endung des Verbs verdeutlicht.

Personen eines Verbs (Beispiel: amare im Indikativ Präsens Aktiv)
  Singular Plural
1. Person: am-oich liebe ama-muswir lieben
2. Person: ama-sdu liebst ama-tisihr liebt
3. Person: ama-ter/sie/es liebt ama-ntsie lieben

Nur wenn die handelnde Person betont werden soll, steht im Lateinischen zusätzlich das Personalpronomen im Nominativ.

Quod ego fui ad Trasumennum, ad Cannas, id tu hodie es.
[Liv.30,30,12]
Was ich beim Trasimenischen See war und bei Cannä, das bist du heute. (Hannibal gegenüber Scipio vor der Schlacht von Zama).

Wenn umgekehrt die handelnde Person unwichtig ist, kann ein Indefinitpronomen, Passiv oder die 3. Person Plural im Sinn von "man" verwendet werden.

Ditem patrem ferunt repente cum curru exstitisse abreptamque ex eo loco virginem secum asportasse et subito non longe a Syracusis penetrasse sub terras.
[Verr.2,4,107]
Man sagt, dass Pluto plötzlich mit seinem Wagen erschienen sei, die von dieser Stelle entführte Jungfrau mit sich genommen habe und plötzlich unweit von Syrakus in die Erde eingedrungen sei.

Modi und Tempora

Wie im Deutschen gibt es auch im Lateinischen die drei Modi des Indikativs, Konjunktivs und Imperativs.

Modi eines Verbs (Beispiel: amare in der 2. Person Singular)
Indikativ amas du liebst
Konjunktiv ames! du sollst lieben!
Imperativ ama! liebe! 

Da das formale Tempus eines Konjunktivs (Präsens, Präteritum usw.) im Deutschen und Lateinischen nur wenig über die absolute Zeit (Gegenwart, Vergangenheit, Zukunft) aussagt, teilt man die Konjunktivformen im Deutschen in die Systeme "Konjunktiv I" und "Konjunktiv II" ein, wobei es Konjunktive der Nachzeitigkeit nur im Deutschen gibt:

  Präsens Präeritum /
Imperfekt
Perfekt Plusqu. Futur I /
-urus sim
Futur II /
-urus essem
Konjunktiv I der Gleichzeitigkeit x          
der Vorzeitigkeit     x      
der Nachzeitigkeit         x  
Konjunktiv II der Gleichzeitigkeit   x        
der Vorzeitigkeit       x    
der Nachzeitigkeit           x

Der Gebrauch der Modi, besonders des Konjunktivs, ist allerdings sehr verschieden. Während er im Deutschen immer weniger verwendet wird, hat er im Lateinischen sowohl im Haupt- als auch im Nebensatz vielfältige Funktionen. Konjunktive im Hauptsatz werden häufig durch Modalverben übersetzt (mögen, wollen, sollen), Konjunktive im Nebensatz mit Indikativ.

Audiatur et altera pars!. Auch die andere Seite soll gehört werden!
Do, ut des. Ich gebe, damit du gibst.

 

Wie die Modi stimmen auch die sechs Tempora nur hinsichtlich ihrer Anzahl im Deutschen und Lateinischen überein.

Tempora eines Verbs (Beispiel: amare in der 3. Person Plural)
Präsens amant sie lieben
Imperfekt ama-ba-nt sie liebten
Futur I ama-bu-nt sie werden lieben
Perfekt ama-v-erunt sie haben geliebt
Plusquamperfekt ama-v-erant sie hatten geliebt
Futur II ama-v-erint sie werden geliebt haben

Grundsätzlich kann ein lateinisches Tempus dreierlei bezeichnen:

die absolute Zeit einer Handlung (Gegenwart, Vergangenheit oder Zukunft; nur bei Verben im Indikativ möglich)
das Zeitverhältnis einer Handlung zu einer anderen Handlung (Gleichzeitigkeit, Vorzeitigkeit oder Nachzeitigkeit)
den Aspekt einer Handlung (z. B. punktuelle oder durative Handlung)

Bei der Verwendung von Praeteritum / Imperfekt und Perfekt bestehen zwischen Deutschem und Lateinischem grundsätzliche Unterschiede:

  Deutsch Latein
Präteritum / Imperfekt überwiegend in Erzählungen Hintergrundhandlungen, die noch andauern (duratives Imperfekt), die sich oft wiederholten (iteratives Imperfekt) oder die nur versucht wurden (konatives Imperfekt)
Perfekt überwiegend in kommunikativen Texten (Gespräch, Rede, Brief) Vordergrundhandlungen. In Erzählungen nennt man diesen Gebrauch "historisches Perfekt", in kommunikativen Texten "konstatierendes Perfekt".

 

Modus, Tempus und Verbposition (Hauptsatz oder Nebensatz) sind im Lateinischen so eng miteinander verbunden, dass sie in den folgenden Tabellen jeweils zusammen dargestellt werden.

Indikativ Präsens

Hauptsatz Nebensatz
aktuelles Präsens:
Bezeichnung gegenwärtiger Ereignisse
Gleichzeitigkeit zu einem Präsens
resultatives Präsens:
Bezeichnung einer in der Vergangenheit begonnenen und noch andauernden Handlung
iteratives Präsens:
Bezeichnung einer wiederholten Handlung
gnomisches Präsens:
Bezeichnung einer allgemeingültigen Wahrheit
literatorisches Präsens:
Bezeichnung einer noch aktuellen Schrift
historisches Präsens:
Bezeichnung dramatischer Ereignisse in der Vergangenheit
Futur I
Hauptsatz Nebensatz
prospektives Futur:
Bezeichnung einer künftigen Handlung
Gleichzeitigkeit zu einem Futur I, Imperativ und Ausdrücken des Müssens, Könnens usw.
gnomisches Futur:
Bezeichnung einer allgemeingültigen Wahrheit
Bezeichnung eines Befehls (2. und 3. P.)
Futur II
Hauptsatz Nebensatz
  Vorzeitigkeit zu einem Futur I
Indikativ Imperfekt
Hauptsatz Nebensatz
deskriptives Imperfekt:
Bezeichnung der Hintergrundhandlung in erzählenden Texten
Gleichzeitigkeit zu einem Imperfekt
iteratives Imperfekt:
Bezeichnung wiederholter vergangener Handlungen
konatives Imperfekt:
Bezeichnung versuchter vergangener Handlungen
Indikativ Perfekt
Hauptsatz Nebensatz
narratives Perfekt:
Bezeichnung der Vordergrundhandlung in erzählenden Texten
Gleichzeitigkeit zu einem Perfekt oder Vorzeitigkeit zu einem Präsens
resultatives Perfekt:
Bezeichnung eines Zustands, der in der Vergangenheit begonnen hat und in der Gegenwart noch andauert.
konstatierendes Perfekt:
Bezeichnung einer Vergangenheit als Vergangen in einer Feststellung
gnomisches Perfekt:
Bezeichnung einer allgemeingültigen Wahrheit
Indikativ Plusquamperfekt
Hauptsatz Nebensatz
Bezeichnung einer in der Vergangenheit vollendeten Handlung Vorzeitigkeit zu einem Imperfekt oder Perfekt
Tempus-Unterschiede zwischen lateinischen und deutschen Verben im Indikativ

Der Tempusgebrauch lateinischer Verben im Indikativ weicht in folgenden Fällen erheblich vom Deutschen ab:

Indikativ Imperfekt und Perfekt im Deutschen und Lateinischen
Die Wahl des Vergangenheitstempus hängt in erzählenden lateinischen Texten davon ab, ob eine Hintergrundhandling (Imperfekt) oder Vordergrundhandlung (Perfekt) geschildert wird. Im Deutschen spielt dieser Aspekt keine Rolle, sondern die Textsorte bestimmt die Zeit: In erzählenden Texten steht Präteritum („Imperfekt“) und in kommunikativen Texten Perfekt.
Adhortatus ad laborem milites Alesiam circumvallare instituit. Ipsum erat oppidum Alesia in colle summo.
[Gall.7,68,3 – 69,1]
Nachdem er die Soldaten zur Arbeit ermahnt hatte, wies er sie an, Alesia ringsum mit Schanzen einzuschließen. Die Stadt Alesia selbst lag ganz oben auf dem Berg.
Futur I im Lateinischen und im Deutschen
In der Zukunft liegende Handlungen stehen im Lateinischen im Haupt- und Nebensatz im Futur. Im Deutschen kann dagegen auch bei zuküftigen Handlungen das Präsens verwendet werden, wenn der Zukunftsbezug deutlich durch den Kontext, z.B. durch ein Zeitadverb, gesichert ist. Da man eine Aneinenderreihung von Futurformen im Deutschen vermeidet, übersetzt man gewöhnlich das Futur lateinischer Nebensätze mit Präsens, wenn man bereits das Futur des Hauptsatzes mit Futur übersetzt hat.
Imprimis videndum erit ei, qui rem publicam administrabit, ut suum quisque teneat.
[off.2,73]
Besonders wird derjenige, der einen Staat verwaltet, darauf achten müssen, dass jeder sein Eigentum behält.
Futur I zur Bezeichnung eines Befehls
Valebis meaque negotia videbis!
[fam.7,20,2]
Lebe wohl und kümmere dich um meine Angelegenheiten!
Imperfekt im Lateinischen zur Bezeichnung einer versuchten vergangenen Handlung
Quid est Catilina? Num dubitas id me imperante facere, quod iam tua sponte faciebas?
[Cat.1,13]
Was ist, Catilina? Zögerst du etwa, dies auf meinen Befehl zu tun, was du schon aus eigenem Antieb tun wolltest?
Resultatives Perfekt im Lateinischen
Häufig ist nicht deutlich zu erkennen, ob mit einer Perfektform der Vorgang oder das Resultat der Verbhandlung hervorgehoben werden soll. Verba defectiva (meminisse, novisse, odisse) haben jedoch immer präsentische Bedeutung.
Etsi tu meam stultitiam consuesti ferre, eo tamen progrediar, ut stomachere.
[Att.12,37,2]
Auch wenn du dich daran gewöhnt hast, meine Dummheit zu ertragen, /
Auch wenn du meine Dummheit zu ertragen pflegst,
werde ich es dennoch so weit treiben, dass du Bauchweh bekommst.
Nunc te patria, quae communis est parens omnium nostrum, odit ac metuit et iam diu nihil te iudicat nisi de parricidio suo cogitare.
[Cat.1,17]
Nun aber hasst und fürchtet dich deine Vaterstadt, die der gemeinsame Vater von uns allen ist, und sie ist der Meinung, dass du schon lange an nichts anderes als ihre Vernichtung denkst.
Deutsches Präsens oder Perfekt für lateinisches Futur II
Si te interfici iussero, residebit in re publi­ca reliqua coniuratorum manus; sin tu exi­eris, exhaurietur ex urbe tuorum comitum magna et perniciosa sentina rei publicae.
[Cat.1,17]
Wenn ich befehle, dass du hingerichtet wirst, wird die übrige Schar der Verschworenen im Staat zurückbleiben; Wenn du aber Rom verlässt, wird aus der Stadt auch der große und für den Staat verderbliche Abschaum deiner Gefährten abgeschöpft.
Strenge Beachtung der Vorzeitigkeit nur in lateinischen Nebensätzen
Besonders bei einer wiederholten vorzeitigen Handlung (Antecedens iterativum) wird im Lateinischen die Vorzeitigkeit genau beachtet, im Deutschen dagegen nicht.
>Qui restituerunt, discedunt saepissime superiores.
[Tusc.2,54]
Wer Widerstand leistet, geht sehr oft als Sieger hervor.
Vom Indikativ abweichender deutscher Modus („Realis“)

Die Verwendung des Indikativs im Hauptsatz stimmt im Lateinischen und im Deutschen weitgehend überein. Abweichend vom Deutschen steht jedoch der Indikativ im Lateinischen häufig in folgenden Fällen:

bei Ausdrücken des Könnens, Sollens, Müssens und der Wertung wie:
oportet es würde sich gehören  
possum ich könnte  
debeo ich müsste  
decet es würde sich gehören  
meum est es wäre meine Aufgabe  
consulis erat es wäre Aufgabe des Konsuls gewesen  
longum est es würde zu weit führen  
aequum est es wäre gerecht  
non multum afuit, quin es hätte nicht viel gefehlt, und  
bei paene:
Brutum abiectum, quantum potui, excitavi, quem non minus amo quam tu – paene dixi, quam te.
[Att.5,20,6]
Den niedergeschlagenen Brutus habe ich, so gut ich konnte, aufgerüttelt. Ich schätze ihn nicht weniger als tu – beinahe hätte ich gesagt, als dich.
bei rhetorischen Fragen:
Nunc autem quis dubitat, quin Ser. Sulpicio vitam abstulerit ipsa legatio?
[Phil.9,5]
Wer zweifelte nun aber daran, dass genau die Gesandtschaftsreise der Grund für das Ableben des Servius Sulpicius war?

 

Konjunktiv Präsens

Hauptsatz Nebensatz
Coniunctivus obliquus
Kennzeichnung einer Handlung (im Nebensatz oder, in indirekter Rede, im Hauptsatz) als lediglich subjektive Äußerung des Subjekts des übergeordneten Satzes (innerlich abhängige Sätze); Präsens bezeichnet Gleichzeitigkeit zu einem Haupttempus
Coniunctivus potentialis der Gegenwart:
Bezeichnung einer vom Sprecher erfüllbar gedachten Möglichkeit der Gegenwart
Coniunctivus concessivus
Bezeichnung einer Einräumung
Bindemodus ohne semantische Funktion
Präsens bezeichnet dabei Gleichzeitigkeit zu einem Haupttempus
Bezeichnung des Nebensinns eines Relativsatzes
final / kausal / konzessiv / konsekutiv
Coniunctivus dubitativus
Bezeichnung eines ernst gemeinten Zweifels in einem Fragesatz (sollen).
Coniunctivus indignationis
Bezeichnung einer scheinbaren Zweifels in einer unwilligen oder verwunderten Frage (sollen).
Coniunctivus optativus
Bezeichnung eines erfüllbar gedachten Wunsches der Gegenwart
Coniunctivus hortativus, imperativus und iussivus
Bezeichnung einer Aufforderung an die 1., 2. und 3.Person

 

Konjunktiv Imperfekt

Hauptsatz Nebensatz
Coniunctivus obliquus
Coniunctivus irrealis der Gegenwart
Bez. einer vom Sprecher unerfüllbar gedachten Möglichkeit der Gegenwart
Coniunctivus potentialis der Vergangenheit
Bez. einer vom Sprecher erfüllbar gedachten Möglichkeit der Vergangenheit
Coniunctivus dubitativus
Bez. eines Zweifels bezüglich einer vergangenen Handlung
Bindemodus ohne semantische Funktion
Imperfekt bezeichnet dabei Gleichzeitigkeit zu einem Nebentempus
Bezeichnung des Nebensinns eines Relativsatzes
final / kausal / konzessiv / konsekutiv
Coniunctivus indignationis
Bezeichnung einer scheinbaren Zweifels in einer unwilligen oder verwunderten Frage (sollen).
Coniunctivus optativus
Bez. eines unerfüllbar gedachten Wunsches der Gegenwart
Coniunctivus imperativus der Vergangengenheit (selten)
Bez. einer nicht mehr erfüllbaren Aufforderung

 

Konjunktiv Perfekt

Hauptsatz Nebensatz
Coniunctivus obliquus
Coniunctivus potentialis der Gegenwart:
Bez. einer vom Sprecher erfüllbar gedachten Möglichkeit der Gegenwart
Coniunctivus concessivus der Vergangenheit
Bez. einer Einräumung der Vergangenheit
Bindemodus ohne semantische Funktion
Perfekt bezeichnet dabei Vorzeitigkeit zu einem Haupttempus
Bezeichnung des Nebensinns eines Relativsatzes
final / kausal / konzessiv / konsekutiv
Coniunctivus indignationis
Bezeichnung einer scheinbaren Zweifels in einer unwilligen oder verwunderten Frage (sollen).
Coniunctivus optativus
Bez. eines unerfüllbar gedachten Wunsches der Vergangenheit
Coniunctivus prohibitivus
Bezeichnung eines Verbots

 

Konjunktiv Plusquamperfekt

Hauptsatz Nebensatz
Coniunctivus obliquus
Coniunctivus irrealis der Vergangenheit:
Bez. einer vom Sprecher unerfüllbar gedachten Möglichkeit der Vergangenheit
Coniunctivus indignationis
Bezeichnung einer scheinbaren Zweifels in einer unwilligen oder verwunderten Frage (sollen).
Bindemodus ohne semantische Funktion
Plusquamperfekt bezeichnet dabei Vorzeitigkeit zu einem Nebentempus
Bezeichnung des Nebensinns eines Relativsatzes
final / kausal / konzessiv / konsekutiv
Coniunctivus optativus
Bez. eines unerfüllbar gedachten Wunsches der Vergangenheit
Übersetzung lateinischer Konjunktive

Lateinische Hauptsatz-Konjunktive übersetzt man meistens mit einem Modalverbkomplex, d.h. mit einem Modalverb (dürfen, können, mögen, müssen, sollen, wollen) und einem Vollverb im Infinitiv.

Improborum civium augeas animos, bonorum spem virtutemque debilites, et te consularem aut senatorem, denique civem putes?
[Phil.7,5]
Angenommen, du stärkst schlechte Bürger, schwächst aber die Zuversicht und Stärke der guten - und du willst dich für einen ehemaligen Konsul oder Senator, ja überhaupt einen römischen Bürger halten?

Der Sinn eines Hauptsatz-Konjunktivs kann aber auch durch ein frei gewähltes sinnverdeutlichendes Wort und Indikativ wiedergegeben werden.

Improborum civium augeas animos, bonorum spem virtutemque debilites, et te consularem aut senatorem, denique civem putes?
[Phil.7,5]
Angenommen, du stärkst schlechte Bürger, schwächst aber die Zuversicht und Stärke der guten - und du willst dich für einen ehemaligen Konsul oder Senator, ja überhaupt einen römischen Bürger halten?

Nur in wenigen Fällen gibt der bloße deutsche Indikativ den Sinn eines lateinischen Hauptsatz-Konjunktivs am besten wieder (bes. beim Coni. indignationis)

Improborum civium augeas animos, bonorum spem virtutemque debilites, et te consularem aut senatorem, denique civem putes?
[Phil.7,5]
Angenommen, du stärkst schlechte Bürger, schwächst aber die Zuversicht und Stärke der guten - und du hältst dich für einen ehemaligen Konsul oder Senator, ja überhaupt einen römischen Bürger?

 

 

Anders verhält es sich mit einem lateinischen Nebensatz-Konjunktiv. Eine wichtige syntaktische Funktion, der er sogar seinen Namen verdankt (Kon-junktiv), besteht nämlich darin, lediglich den Zusammenhang zwischen dem Nebensatz und dem übergeordneten Satz deutlich zu machen (z.B. bei Verwendung der Subjunktion cum mit Konjunktiv). Deshalb kann man lateinische Nebensatz-Konjunktiv meistens mit bloßem Indikativ übersetzen.

Cum te Praeneste Kalendis ipsis Novembribus occupaturum nocturno impetu esse confideres, sensistine illam coloniam meo iussu meis praesidiis, custodiis, vigiliis esse munitam?
[Cat.1,8]
Als du darauf vertrautest, dass du Praeneste genau am 1. November durch einen nächtlichen Angriff einnehmen werdest, hast du da gemerkt, dass jene Kolonie auf meinen Befehl durch meine Schutztruppen, Wachen und Aufpasser geschützt wurde?

Außerdem kann ein Konjunktiv in einem Nebensatz auch ausschließlich deshalb stehen, weil dieser Nebensatz in einen übergeordnete Satz im Konjunktiv oder eine Infinitivkonstruktion eingebettet ist. Im Deutschen gibt es eine solche Modusangleichung (Attractio modi) nur sehr selten (z.B. Koste es, was es wolle.).

Accidit, ut nonnulli milites, qui lignationis munitionisque causa in silvas discessissent, repentino equitum adventu interciperentur.
[Gall.5,39,2]
Es geschah, dass einige Soldaten, die zum Holzfällen und Sichern in die Wäder weggegangen waren, durch die plötzliche Ankunft von Reitern abgefangen wurden.

Wenn das Prädikat des Nebensatzes jedoch aus semantisch bedeutungsvollem Grund im Konjunktiv steht (z.B. Bezeichnung einer erfüllbar oder unerfüllbar gedachten Möglichkeit, Bezeichnung eines finalen, kausalen oder konzessiven Nebensinns eines Relativsatzes), wird es entweder mit deutschem Konkunktiv oder einem frei gewählten sinnverdeutlichenden Wort und Indikativ wiedergegeben.

Homines sunt hac lege generati, qui tuerentur illum globum, quem in hoc templo medium vides.
[rep.6,15]
Die Menschen wurden unter dieser Bedingung geschaffen, dass sie jenen Globus schützen, den du mitten in diesem göttlichen Kosmos siehst.
Tempus-Unterschiede zwischen lateinischen und deutschen Verben im Konjunktiv

Im Konjunktiv weicht der Tempusgebrauch im Lateinischen und Deutschen stark von einander ab:

Coniunctivus obliquus
Ein Conjunktivus obliquus („Konjunktiv der fremden Meinung“) kennzeichnet eine Aussage als lediglich subjektive Aussage des Subjekts des übergeordneten Satzes oder des Subjekts des Prädikats, das eine indirekte Rede einleitet. Im Lateinischen folgt der Coniunctivus obliquus den Regeln der Consecutio temporum (s. unten S. 16), im Deutschen verwenden wir gewöhnlich den Konjunktiv I (s. unten).
Decima legio per tribunos militum Caesari gratias egit, quod de se optimum iudicium fecisset.
[Gall.1,41,2]
Die zehnte Legion stattete durch die Militärtribunen Caesar Dank dafür ab, dass er über sie ein hervorragendes Urteil gefällt habe.
Divico ita cum Caesare egit:
Si pacem populus Romanus cum Helvetiis faceret, in eam partem ituros atque ibi futuros Helvetios, ubi eos Caesar constituisset. Sin bello persequi perseveraret, reminisceretur et veteris incommodi populi Romani et pristinae virtutis Helvetiorum.
[Gall.1,13,3-4]
Divico verhandelte folgendermaßen mit Caesar:
Wenn das römische Volk mit den Helvetiern Frieden schließe, würden sie in die Richtung gehen und dort bleiben, wo Caesar sie angesiedelt habe. Wenn er jedoch auf Fortsetzung des Krieges beharre, solle er sich erinnern an die alte Niederlage des römischen Volkes und die frühere Tapferkeit der Helvetier.
Coniunctivus potentialis und irrealis der Gegenwart in Konditionalsätzen
In deutschen konditionalen Satzperioden wird kein Unterschied zwischen einer vom Sprecher erfüllbar gedachten und einer vom Sprecher unerfüllbar gedachten Möglichkeit gemacht, im Lateinischen steht dagegen im ersten Fall Konjunktiv Präsens und im zweiten Fall Konjunktiv Imperfekt.
Haec si tecum ita patria loquatur, nonne impetrare debeat.
[Cat.1,19]
Wenn die Vaterstadt so mit dir spräche, müsste sie etwa nicht Erfolg haben?
Servi mehercule mei si me isto pacto metuerent, ut te metuunt omnes cives tui, domum meam relinquendam putarem.
[Cat.1,17]
Wenn, beim Herkules, meine Sklaven mich so fürchteten, wie dich alle deine Mitbürger fürchten, würde ich glauben, dass ich mein Haus verlassen müsse.
Coniunctivus concessivus erfordert freie Übersetzung
Der Coniunctivus concessivus bezeichnet ein Zugeständnis und muss frei übersetzt werden (wenn auch, gesetzt dass, mag, zugegeben dass).
Eadem nunc defensionis ratio viaque temptatur: Verres sit fur, sit sacrilegus, sit flagitiorum omnium vitiorumque princeps – at est bonus imperator.
[Verr.2,5,4]
Dieselbe Methode der Verteidigung wird jetzt versucht: Verres mag ein Dieb, Tempelräuber und Ausbund aller Schandtaten und Laster sein – aber er ist ein guter Feldherr.
Coniunctivus dubitativus der Vergangenheit erfordert deutsches Plusquamperfekt
Der dubitative Konjunktiv wird mit dem Modalverb sollen übersetzt. Bei Coniunctivus dubitativus der Vergangenheit steht deutscher Konjunktiv Plusquamperfekt.
Quid facerent miseri aut quid recusarent?
[Verr. 2,3,79]
Was hätten die Armen machen sollen oder was hätten sie zurückweisen sollen?
Coniunctivus optativus manchmal mit hoffentlich übersetzt
Ein Wunsch kann mit utinam oder velim, nolim, malim oder vellem, nollem, mallem verstärkt werden. Diese Wörter müssen nicht übersetzt werden.
Utinam tibi istam mentem di immortales duint!
[Cat.1,22]
Mögen dir die unsterblichen Götter diese Absicht geben!
Hoffentlich geben dir die unsterblichen Götter diese Absicht!
Coniunctivus imperativus der Vergangenheit erfordert deutsches Plusquamperfekt
Ein Wunsch kann mit utinam oder velim, nolim, malim oder vellem, nollem, mallem verstärkt werden. Diese Wörter müssen nicht übersetzt werden.
A Torquato hoc vitium sileretur!
[Sull.25]
Von Torquatus hätte dieser Fehler verschwiegen werden sollen!
Coniunctivus prohibitivus (Perfekt) erfordert deutsches Präsens
Ein Verbot wird im Lateinischen mit ne (oder einer ähnlichen Verneinung) und Konjunktiv Perfekt formuliert.
Ne vos quidem, iudices, mortem timueritis!
[Tusc.1,98]
Auch ihr, Richter, sollt den Tod nicht fürchten!
Zeitenverhältnisregeln für Nebensätze im Konjunktiv (Consecutio temporum)
Hauptsatztempus Zeitverhältnis Nebensatztempus
Haupttempus
(Präsens, Futur I, Futur II)
< gleichzeitig < Konjunktiv Präsens
Nebentempus
(Imperfekt, Perfekt, Plusquamp.)
Konjunktiv Imperfekt
Haupttempus < vorzeitig < Konjunktiv Perfekt
Nebentempus Konjunktiv Plusquamperfekt
Haupttempus < nachzeitig < -urus, -ura, -urum sim
Nebentempus -urus, -ura, -urum essem

Nachzeitigkeit wird lediglich in indirekten Fragesätzen und non-dubito-quin-Sätzen beachtet:

Dubitabam, essesne meas litteras accepturus.
[Att.15,9,2]
Ich war im Zweifel, ob du meinen Brief erhalten würdest.
Nunc mihi non est dubium, quin legiones venturae non sint.
[fam.2,17,5]
Nun bin ich mir ganz sicher, dass keine Legionen kommen werden.

Nur vereinfachend steht in der Kopfzeile der Tabelle „Hauptsatztempus“, denn ein Nebensatztempus kann sich auch auf einen übergeordneten Nebensatz oder ein Verbum infinitum wie einen Infinitiv oder ein Partizip beziehen. Bei Erläuterung eines übergeordneten Nebensatzes ist das Tempus dieses Nebensatzverbs ausschlaggebend. In Bezug auf ein Verbum infinitum richtet sich meistens nur das Zeitverhältnis nach dem Verbum infinitum, die absolute Zeit hängt dagegen vom nächsten übergeordneten finiten Verb ab. Eine Ausnahme bildet jedoch der Infinitiv Perfekt, nach dem durch Tempusattraktion das Tempus im Konjunktiv stehen kann, das auch dann stünde, wenn statt des Infinitivs und des von ihm abhängigen Nebensatzes ein Haupt- und Nebensatz im Indikativ formuliert wäre.

Normalfall:
Satis multa mihi verba fecisse videor, qua re esset hoc bellum genere ipso necessarium, magnitudine periculosum.
[Manil.27]
Ausreichend glaube ich dargelegt zu haben, weshalb dieser Krieg aufgrund seiner Eigenart notwendig und aufgrund seiner Größe gefährlich ist.
Tempus wie bei Indikativ:
Fateor me erravisse, qui hoc maluerim, fateor insanivisse, qui cum illis senserim.
[S.Rosc.142]
Ich gestehe, dass ich mich geirrt habe, da ich ja dies lieber wollte, und ich gestehe, verrückt gewesen zu sein, da ich ja zu jenen hielt.

Die Regeln der Consecutio temporum werden in konjunktivischen Nebensätzen fast immer eingehalten. Eine Ausnahme bilden jedoch häufig die Konsekutivsätze.

Innerlich abhängige Sätze

Neben- und Hauptsätze, die im Coniunctivus obliquus stehen (z.B. in indirekter Rede), sowie alle indirekten Fragesätze, Finalsätze, quin-Sätze und finalen Relativsätze sind innerlich abhängig. Dies bedeutet inhaltlich, dass die Aussagen dieser Sätze nur als subjektive Aussagen des Subjekts des übergeordneten Satzes zu verstehen sind. Formales Kennzeichen innerlich abhängiger Sätze ist die Verwendung reflexiver Pronomina bei Bezug auf das Subjekt des übergeordneten Satzes („indirekte Reflexivität“).

Quod ubi Caesar resciit, Lingonibus imperavit, uti fugitivos conquirerent et reducerent, si sibi purgati esse vellent.
[Gall.1.28.1]
Sobald Caesar dies in Erfahrung gebracht hatte, befahl er den Lingonen, dass sie die Flüchtigen zusammenzutreiben und zurückzuführen sollten, wenn sie ihm gegenüber ohne Schuld sein wollten
Konjunktiv in indirekter Rede (Coniunctivus obliquus)

Als indirekte Rede bezeichnet man die nicht wörtliche, sondern nur berichtende Wiedergabe einer eigenen oder fremden Rede, wobei der Sprecher durch die Wahl der Prädikatsperson, des Prädikatsmodus und der Pronomina deutlich macht, dass er die Rede nur indirekt wiedergibt.

Im Deutschen stehen alle Haupt- und Nebensätze der indirekten Rede im Konjunktiv (Konjunktiv I im Normalfall, Konjunktiv II in konditionalen Perioden und bei Formgleichheit des Konjunktivs I mit dem Indikativ). Im Lateinischen wird bei indirekter Rede zwischen Aussagesätzen, Fragesätzen und Aufforderungs- bzw. Wunschsätzen unterschieden.

direkte Rede direkte Rede indirekte Rede
Aussagesatz > AcI
Fragesatz rhetorische Frage > AcI
andere Frage > abhängiger Fragesatz
Aufforderungs- und Wunschsatz > Finalsatz des begehrten Inhalts
Nebensatz (im Indikativ oder Konjunktiv) > innerlich abhängiger Nebensatz, d. h. Konjunktiv nach der Consecutio temporum
 
Divico ita cum Caesare egit:
Si pacem populus Romanus cum Helvetiis faceret, in eam partem ituros atque ibi futuros Helvetios, ubi eos Caesar constituisset.
[Gall.1,13,3]
Divico verhandelte so mit Caesar:
Wenn das römische Volk Frieden mit den Helvetiern schließe, würden die Helvetier dorthin gehen und dort bleiben, wo Caesar sie angesiedle.

Zum AcI in indirekter Rede. s. "AcI in indirekter Rede" und zu den Pronomina s. "Reflexive Pronomina in indirekter Rede".

Tempusumschreibungen (Coniugatio periphrastica )
Mit dem Partizip Futur Aktiv und Formen von esse können die eigentlichen Tempora durch Umschreibungen ersetzt werden (z.B. scribo durch scripturus sum, scribam durch scripturus ero, scribebam durch scripturus eram usw.). Sinn dieser Umschreibungen ist es, einen besonderen Aspekt der Verbalhandlung hervorzuheben oder einfach fehlende Formen zu ersetzen. In Hauptsätzen steht meistens der Indikativ und dient dazu, das umittelbare Bevorstehen einer Verbalhandlung zu betonen (im Begriff sein, die Absicht haben, wollen). In Nebensätzen steht überwiegend der Konjunktiv, der insbesondere bei Formen auf -urus sim und -urus essem die fehlenden Konjunktiv-Futur-Formen (zur Bezeichnung der Nachzeitigkeit in quin-Sätzen und abhängigen Fragesätzen) ersetzt.
-urus sum
De praeda mea praeter quaestores urbanos, id est populum Romanum, terruncium nec attigit nec tacturus est quisquam.
[fam.2,17,4]
Von meiner Beute hat außer den Stadtquästoren, d.h. außer dem römischen Volk niemand ein Teruncius (1/4 As) angerührt und es darf auch niemand einen anrühren.
-urus eram
Scribam ad te plura alias. Paucis enim diebus eram missurus domesticos tabellarios, ut unis litteris totius aetatis res gestas ad senatum perscriberem.
[fam.2,7,3]
Ich werde dir ein anderes Mal mehr schreiben. Denn vor wenigen Tagen habe ich damit begonnen eigene Boten loszuschicken, um dem Senat in einem Brief die Ereignisse des ganzen Siommers zu beschreiben.
-urus ero
Oportet eorum, apud quos aliquid aget aut erit acturus, mentis sensusque degustet.
[de orat.1,223]
Es ist notwendig, dass er (der Redner) einen Eindruck von den Gedankengängen und Empfindungen derer bekommt, bei denen er etwas vortragen wird oder beabsichtigen wird, etwas vorzutragen.
-urus fui
Quae est anus tam delira, quae timeat Acherunsia templa alta Orci, quae vos videlicet, si physica non didicissetis, timeretis. [...] E quo intellegi potest, quam acuti natura sint, quoniam haec sine doctrina credituri fuerunt.
[Tusc.1,48]
Welche alte Frau ist so verrückt, dass sie die tiefen Räume der Unterwelt beim Acheron fürchtet, vor denen ihr euch offenbar fürchten würdet, wenn ihr nicht Physik gelernt hättet. [...] Daran kann man erkennen, wie scharfsinnig derartige Philosophen von Natur aus sind, da sie ohne Unterricht solches Zeug zu glauben bereit waren.
-urus sim
Non dubito, quin te quoque haec delibaratio sit perturbata.
[fam.8,14,2]
Ich zweifle nicht daran, dass auch dich diese Entscheidung in Verwirrung stürzen wird.
-urus essem
Non fuerat mihi dubium, quin te Tarenti aut Brundisi visurus essem [Att.3,6] Ich hatte keine Zweifel daran, dass ich dich in Tarent oder Brindisi sehen würde.
Imperativ

Anders als im Deutschen gibt es im Lateinischen zwei Imperativ-Formen, die im Deutschen zwar beide durch Imperativ oder durch ein Modalverb mit Infinitiv wiedergegeben werden können, sich aber hinsichtlich des Geltungsbereichs unterscheiden:

Imperativ Präsens („Imperativ I“): sofort auszuführen
Egredere ex urbe, libera rem publicam metu!
[Cat.1,20]
Geh aus der Stadt, befreie den Staat von Furcht!
Imperativ Futur („Imperativ II“): in Gesetzestexten und allgemeinen Sentenzen
Caelestia semper spectato, humana contemnito!
[rep.6,20]
Behalte die himmlischen Dimensionen immer im Blick und schätze Menschliches gering!
Verbot
Der Imperativ wird nur selten mit ne verneint. Ein Verbot an die 2. Person bezeichnen gewöhnlich ne mit Konjunktiv Perfekt oder noli mit Infinitiv.
 

Genera verbi

Je nachdem, ob das Subjekt die Verbhandlung vollzieht bzw. auslöst oder von ihr betroffen wird, unterscheidet man im Lateinischen die Genera verbi („Diathesen“) Aktiv und Passiv.

Genera eines Verbs (Beispiel: amare in der 1. Person Indikativ Plural)
Aktiv amamus wir lieben
Passiv amamur wir werden geliebt

Ein Aktiv-Personenzeichen kann den Vollzug oder die Veranlassung (kausatives Aktiv: lassen) einer Prädikatshandlung durch das Subjekt bezeichnen. Häufig lässt der Kontext nicht eindeutig erkennen, welche Verwendungsweise vorliegt:

Caesar ipse in Italiam magnis itineribus contendit duasque ibi legiones conscribit et tres, quae circum Aquileiam hiemabant, ex hibernis educit et, qua proximum iter in ulteriorem Galliam per Alpes erat, cum his quinque legionibus ire contendit.
[Gall.1,10,3]
Caesar selbst eilte in Eilmärschen nach Italien, ließ dort zwei Legionen ausheben und drei Legionen, die bei Aquileia überwinterten, aus dem Winterlager herausführen. Mit diesen fünf Legionen bemühte er sich auf dem kürzesten Weg nach Gallia ulterior über die Alpen zu gelangen.

Eine Passivform kann den Vollzug der Verbalhandlung an dem Subjekt (bei transitiven Verben) oder Objekt (bei intransitiven Verben) durch einen anderen Urheber bezeichnen (in dieser Funktion: Verba passiva). Die Passivform transitiver Verben kann häufig aber auch eine reflexive Tätigkeit beschreiben (in dieser Funktion: Verba mediopassiva). Schließlich bezeichnet sie bei Deponentien eine aktive oder reflexive Handlung.

Causa (Rhenum) transeundi fuit, quod Usipetes et Tenctheri ab Suebis bello premebantur. […] Suebi in eam se consuetudinem adduxerunt, ut locis frigidissimis neque vestitus praeter pelles haberent quicquam et lavarentur in fluminibus. […] Iumentis, quibus maxime Galli delectantur, Germani importatis non utuntur.
[Gall.4,1,2 u. 10]
Der Grund für den Rheinübergang war, dass die Usipeter und Tenktherer von den Sueben kriegerisch bedrängt wurden. […] Die Sueben hatten sich angewöhnt, dass sie an diesen eiskalten Orten keine Kleidungsstücke außer Fellen trugen und sich in Flüssen wuschen. […] Importierte Pferde, über die sich besonders die Gallier freuen, gebrauchen die Germanen nicht.
Unterschied zwischen Verb mit Reflexivpronomen und Verbum mediopassivum

Ein aktives Verb mit Reflexivpronomen betont die Aktivität des Subjekts, ein als Mediopassivum verwendetes Verb im Passiv dagegen die Passivität des Subjekts.

Solum, quod se ipsum movet, quia numquam deseritur a se, numquam ne moveri quidem desinit.
[Tusc.1,53]
Nur was sich selbst bewegt, hört niemals auf sich zu bewegen, weil es von sich selbst niemals im Stich gelassen wird.
Partizip Perfekt Passiv mit Formen von fuisse zur Bezeichnung eines Zustands

Wenn betont werden soll, dass ein Zustand in der Vergangenheit bestand und nun nicht mehr besteht, kann statt dem Typus amatus sum der Typus amatus fui stehen. Eine tätige Person steht dabei gewöhnlich im Dativus auctoris.

Pons, qui fuerat tempestate interruptus, paene erat refectus.
[civ.1,41,1]
Die Brücke, die durch den Sturm unbegehbar geworden war, war beinahe wieder hergestellt.

Verb als Vollverb

Vollverb heißt ein Verb dann, wenn es - aufgrund seiner Sinnfülle - alleine das Prädikat bildet (z.B. vivere / leben). Grundsätzlich lassen sich folgende Gruppen unterscheiden:
– Tätigkeitsverben (z.B. laborare/arbeiten)
– Vorgangsverben (z.B. dormire/schlafen)
– Zustandsverben (z.B. habitare/wohnen)

In qua urbe vivimus?
In welcher Stadt leben wir?
[Cat.1,9]
 
Sunt, qui discessum animi a corpore putent mortem.
Es gibt Leute, die den Tod nur für eine Trennung der Seele vom Körper halten.
[Tusc.1,18]

Valenzen

Das Potential eines Verbs, durch Ergänzungen inhaltlich bereichert zu werden, heißt Valenz („Wertigkeit“). Ergänzungen müssen bei Vollverben meistens nicht stehen, aber wenn sie stehen, sind sie in ihrer Form vom Verb bedingt. So kann z.B. eine finite Form von proficisci ganz alleine einen Satz bilden, aber wenn zusätzlich angegeben wird, wer oder wohin jemand aufbricht, dann sind diese Angaben durch proficisci in ihrer Form festgelegt: Das Subjekt muss ein Nomen sein (kein Infinitiv oder Nebensatz) und für die Zielangaben kommen als Präpositionen nur ad und in in Frage.

Die Valenz eines lateinischen Verbs entspricht aufgrund der geschichtlichen Abhängigkeit der deutschen Grammatik von der lateinischen sehr oft seinem deutschen Äquivalent. So können z.B. viele lateinische Verben Ergänzungen auf die Frage "Wer oder was?" und "Wen oder was?" bei sich haben und ebenso werden ihre deutschen Entsprechungen konstruiert (z.B. laudare - loben). Solche Verben sind - vom Deutschen aus gesehen - syntaktisch einfach.

Bei lateinischen Verben, deren Ergänzungen nicht dem Deutschen entsprechen, muss beim Vokabellernen zusätzlich zur Wortbedeutung die Verbvalenz gelernt werden. Dies ist z.B. bei allen Verben mit Ablativ-Ergänzung der Fall (uti, frui, fungi, potiri, afficere usw.). Die Kenntnis von der Verbvalenz ist aber auch dann sehr hilfreich, wenn unterschiedliche Bedeutungen eines Verbs an verschiedenartigen Ergänzungen formal erkennbar sind. Dies trifft z.B. für contendere zu (mit Infinitiv: sich anstrengen, mit AcI: behaupten, mit cum und Nomen: kämpfen, mit ad und Nomen: eilen).

Bei einer Präposition mit Nomen fällt manchmal die Entscheidung schwer, ob es sich dabei um eine - nicht vom Verb bedingte - freie Angabe oder um eine Ergänzung handelt. Dies kann man jedoch ziemlich zuverlässig dadurch prüfen, ob sich die Präposition mit Nomen in der deutschen Übersetzung durch machen vom Verb abspalten lässt oder nicht. So ist z.B. in dem Satz "Romae laboramus" Romae eine Freie Angabe, da Rom von arbeiten durch Wir arbeiten und das machen wir in Rom getrennt werden kann. In dem Satz "Romae habito" ist dies nicht der Fall, Romae also eine Ergänzung.

In der Wachstafelngrammatik werden Ergänzungen durch zwei Schnüre mit dem Prädikat verbunden, so dass die Abhängigkeit der ergänzenden Wachstafel von der Prädikat-Wachstafel sichtbar wird.

einwertige Vollverben
Ein einwertiges Verb kann nur ein Subjekt von sich abhängig machen.
Carneades nonaginta vixit annos
Karneades lebte 80 Jahre lang.
[Ac.2,16]
zweiwertige Vollverben
Im Valenzrahmen eines zweiwertigen Verbs liegt zusätzlich zum Subjekt eine weitere Ergänzung, die in einem Objekt oder einem Adverbiale bestehen kann. Ein Verb, das ein Nomen im Akkusativ als Objekt bei sich haben kann, heißt „transitives Verb“.
Helvetii in tertium annum profectionem lege confirmant.
Die Helvetier legten den Aufbruch gesetzlich auf das dritte Jahr fest.
[Gall.1,3,2)
 
Caesar quam maximis potest itineribus in Galliam ulteriorem contendit.
Caesar eilte, so schnell er konnte, in die Provinz Gallia ulterior
[Gall.1,7,1]
dreiwertige Vollverben
Dreiwertige Verben zeichen sich dadurch aus, dass sie zusätzlich zum Subjekt zwei weitere Ergänzungen von sich abhängig machen können. Wenn eine dieser Ergänzungen ein Objekt in Form eines Nomens im Akkusativ ist, heißt das Verb „transitives Verb".
Gallos ab Aquitanis Garunna flumen dividit.
Die Gallier trennt die Garonne von den Aquitanern.
[Gall.1,1,2]
 
Hic pagus unus L. Cassii consulis exercitum sub iugum miserat.
Dieser eine Stammesteil hatte das Heer des Konsuls L. Cassius unters Joch geschickt.
[Gall.1,12,5]
vierwertige Vollverben
Vierwertige Verben zeichen sich dadurch aus, dass sie zusätzlich zum Subjekt drei weitere Ergänzungen von sich abhängig machen können. Wenn eine dieser Ergänzungen ein Objekt in Form eines Nomens im Akkusativ ist, heißt das Verb „transitives Verb“.
Orgetorix Dumnorigi Haeduo filiam suam in matrimonium dat.
Orgetorix gab dem Häduer Dumnorix seine Tochter zur Frau.
[Gall.1,3,5]
 
Aufgabe: Verbale Rollen von debere
Bestimmen Sie die verbale Rolle von debere, indem Sie die Wortfelder in die richtigen Zeilen ziehen.
Tibi incredibilem amorem debeo. (ep.1,9,4)
debeo
 
Wer/Was-E.
 
 
Wem-E.
 
Tibi  
Wen-E.
 
incredibilem amorem
Quid ego, senator, facere debeo? (prov.30)
debeo
facere
Wer/Was-E.
 
ego senator
Wem-E.
 
 
Wen/Was-E.
 
Quid

 

Verb als Formträger ("Kopula")

Verben übernehmen die Rolle einer Kopula, wenn sie nicht alleine das Prädikat bilden, sondern zusammen mit sinntragenden Wörtern. Am häufigsten übernimmt sein / esse diese Rolle. Es können aber auch andere Verben, die sonst als Vollverben auftreten, in bestimmten Wortkombinationen lediglich als Formträger im Prädikat erscheinen (oves agere - gratias agere).

Manchmal lässt sich im Deutschen und im Lateinischen nicht eindeutig erkennen, ob eine Erläuterung Objekt, Adverbiale oder Prädikatsteil ist. Im Deutschen kann dann die Artikel-Probe helfen: Wenn es nicht möglich ist, zum Substantiv einen Artikel zu setzen, handelt es sich um einen Prädikatsteil (z.B. Dank sagen). Im Lateinischen können ergänzende Subjunktionalsätze Klarheit verschaffen. Z.B. kann ein quod-Satz bei gratias agere oder bene evenire nur dann als sinnvolle Ergänzung des Prädikats verstanden werden, wenn gratias agere oder bene evenire zusammen das Prädikat bilden.

Accidit perincommode, quod eum nusquam vidisti.
Es traf sich äußerst ungünstig, dass du ihn nirgendwo gesehen hast.
[Att.1,17,2]

 

Häufige Formträger-Sinnträger-Kombinationen

esse mit Gleichsetzungsnominativ, Genitiv, Dativ, Ablativ,  Präposition mit Substantiv., Adverb, Infinitiv oder Gerundivum ("Prädikatsnomen")
Apud Helvetios longe nobilissimus fuit et ditissimus Orgetorix.
[Gall.1,2,1]
Bei den Helvetiern war Orgetorix  bei weitem der vornehmste und reichste.
Quid sui consilii sit, Caesar ostendit.
[Gall.1,21,2]
Caesar legte dar, welchen Plan er hatte.
Omnibus Verres Siculis odio est.
[Verr.2,4,15]
Allen Siculern ist Verres verhasst.
Britanni sunt capillo promisso.
[Gall.5,14,3]
Die Britannier tragen langes Haar.
Si Cn. Plancius mihi quaestor fuisset, in fili loco fuisset.
[p.red.in.sen.35]
Wenn Cn. Plancius mein Quaestor gewesen wäre, hätte er die Stelle eines Sohnes eingenommen.
Mihi vivere [Subjekt] est cogitare.
[Tusc.5,111]
Für mich besteht Leben im Denken.
Caesari erant valles transcendendae maximae ac difficillimae.
[civ.1,68,2]
Von Caesar mussten tiefe und unwegsame Täler überquert werden.
Sic est vulgus.
[Q.Roscius 29]
So ist das Volk.
Verben mit Gleichsetzungsnominativ ("Prädikatsnomen")
fieri werden zu  
evadere hervorgehen als  
manere bleiben  
videri erscheinen als  
Cum bellis Carthaginiensibus Sicilia vexata est, tamen incolumis numerus manebat dominorum atque aratorum.
[Verr.3,125]
Als zur Zeit der Punischen Kriege Sizilien verwüstet wurde, blieb dennoch die Zahl der Grundbesitzer und Landwirte unverändert.
Verben mit Gleichsetzungsakkusativ ("Prädikatsnomen")
Im Passiv stehen diese Verben mit Gleichsetzungsnominativ.
dicere, appellare, nominare, vocare nennen  
ducere, existimare, iudicare, putare halten für  
facere, efficere, reddere machen zu  
se praebere, se praestare sich zeigen als  
declarare ausrufen als  
Me cuncta Italia, me omnes ordines, me universa civitas priorem consulem declaravit.
[Pis.3]
Mich hat ganz Italien, mich haben alle Stände, mich hat die ganze Bürgerschaft zum ersten Konsul ausgerufen.
Modalverben mit Infinitiv
coepisse; desinere, desisitere anfangen; aufhören  
pergere fortfahren  
solere, consuescere gewohnt sein  
audere; conari wagen; versuchen  
posse; debere können; müssen  
Non potest sperare populus Romanus esse alios in senatu, qui recte possint iudicare, vos si non potueritis.
[Verr.1,22]
Das römische Volk kann nicht darauf hoffen, dass es andere im Senat gibt, die richtig urteilen können, wenn ihr es nicht könnt.
Verben mit Substantiv, das den Sinn der Kombination trägt
gratias agere (, quod) dafür danken (, dass)  
vitio / crimini dare (, ut) zum Vorwurf machen (, dass)  
rationem habere (, ut) dafür sorgen (, dass)  
Principes Galliae dicunt imprimis rationem esse habendam, ut Caesar ab exercitu intercludatur.
[Verr.3,125]
Die Häuptlinge Galliens sagten, man müsse besonders dafür sorgen, dass Caesar vom Heer abgeschnitten werde.
Verben mit Präposition und Substantiv, die den Sinn der Kombination tragen
habere, ducere, existimare, numerare (in / pro) loco, numero zählen zu  
Caesar ad Lingonas litteras nuntiosque misit, ne Helvetios iuvarent; qui si iuvissent, se eodem loco quo Helvetios habiturum.
[Gall.1,26,6]
Caesar schickte Briefe und Gesandte zu den Lingonen, damit sie die Helvetier nicht unter-stützten: Wenn diese sie unterstützten, werde er sie ebenso behandeln wie die Helvetier.
Verben mit Adverb, das den Sinn der Kombination trägt
bene / male accidit es trifft sich gut / schlecht  
aegre / graviter / moleste ferre lästig finden / sich ärgern / ungehalten sein  
Molestissime fero, quod, te ubi visurus sim, nescio.
[fam.3,6,5]
Ich bin äußerst ungehalten darüber, dass ich nicht weiß, wo ich dich sehen werde.
Regel von der umgekehrten Kongruenz bei pronominalem Subjekt und zweiteiligem Prädikat

Wenn das Subjekt durch ein Pronomen und das Prädikat durch esse mit einem Substantiv im Nominativ verwirklicht wird, so richtet sich im Lateinischen das Genus des Pronomens nach dem nominalen Prädikatsteil. Im Deutschen steht dagegen in diesem Fall das Pronomen im Neutrum:

Ista quidem vis est!
[Suet.Iul.82,1]
Das ist ja Gewalt!
 
Aufgabe: Verbale Rollen von reddere
Bestimmen Sie Abhängigkeiten zwischen den Wörtern, indem Sie die Wortfelder in die richtigen Zeilen ziehen.
Phalereus primus orationem mollem teneramque reddidit. (Brut.38)
Reddite rei publicae consulem. (Muren. 90)
reddidit
mollem teneramque
Wer/Was-E.
 
Phalereus
Wem-E.
 
 
Wen/Was-E.
 
orationem
primus
Reddite  
Wer/Was-E.
 
 
Wem-E.
 
rei publicae
Wen/Was-E.
 
consulem  
   

Esse als Teil einer analytischen Verbform

Im Deutschen bilden wir Aktiv und Passiv des Perfektsystems mit analytischen (aufgelösten) Verben, indem wir finite Formen von haben oder sein und ein Partizip verwenden (wir haben gehört, sie sind gelobt worden). Im Lateinischen bildet man dagegen das Aktiv des Perfektsystems mit synthetischen (zusammengesetzten) Verbformen (audivimus) und nur das Passiv des Perfektsystems mit mehreren Wörtern, nämlich finiten Formen von esse und einem Partizip (laudati sunt).

Ea res est Helvetiis per indicium enuntiata.
Dieser Plan (des Orgetorix) wurde den Helvetiern durch eine Meldung verraten.
[Gall.1,4,1]
Mit habere oder tenere gebildete Formen des aktiven Perfektsystems

Wenn der Zustand betont werden soll, der durch eine Verbalhandlung erreicht wurde, kann auch im Lateinischen habere oder tenere mit Partizip statt einer synthetischen Verbalform stehen. 

Etsi multis iam rebus perfidiam Haeduorum perspectam habebat atque horum discessu admaturari defectionem civitatis existimabat, tamen eos retinendos non constituit.
[Gall.7,54,2]
Obwohl er aufgrund vieler Vorfälle die Unzuverlässigkeit der Häduer durchschaut hatte und glaubte, dass durch deren (Viridomarus und Eporedorix) Weggang der Abfall des Stammes beschleunigt werde, glaubte er doch nicht, sie zurückhalten zu dürfen.
 
Aufgabe: Verbale Rollen von esse
Bestimmen Sie Abhängigkeiten zwischen den Wörtern, indem Sie die Wortfelder in die richtigen Zeilen ziehen.
Segusiavi sunt extra provinciam trans Rhodanum primi. (Gall.1,10,5)
sunt
primi
Wer/Was-E.
 
Segusiavi
Wen/Was-E.
 
 
Ort/Richt.-E.
 
 
freie Angabe
extra provinciam trans Rhodanum
Castra sunt in Italia contra populum Romanum in Etruriae faucibus collocata. (Cat.1,5)
sunt collocata
Wer/Was-E.
 
Castra
Wen/Was-E.
 
Ort/Richt.-E.
 
in Italia in Etruriae faucibus
freie Angabe
contra populum Romanum